Der Müll, der mich begleitet


Trägst Du Deinen Restmüll spazieren?
Ich schleppe meinen jeden Tag durch die Gegend.
Diesen Haufen hab ich nicht häßlichkeitswirksam drapiert. Genauso stapelt er sich in meiner Tasche, genauso ist er aus ihr herausgefallen. Die ganzen Krümmel sind natürlich sofort in alle Richtungen geflitzt. Die staubsauge ich dann morgen weg. Mein Frühstück aus der ersten Arbeitswoche habe ich gefunden. Das Knäckebrot kann man noch gut essen. Packe ich gleich wieder ein, werde ich irgendwann bestimmt brauchen. Diese vollgerotzten Taschentücher. Ändert das Bazillenmagazin mein Recht auf eine Krankenversicherung? Und wie verhalte ich mich angemessen gegenüber der Liebesgeschichte von Groschen und Zitronenklümpchen? Die beiden sehen so friedlich aus, wie sie verschmolzen sachte hin und her kugeln. Vielleicht beginne ich eine Sammlung? Darf ich Geld wegschmeißen? Das entscheide ich lieber später. Immerhin weiß ich jetzt, wo dieser eine Kontoauszug war. Den leg ich in die Schublade, da ist noch Platz. Das mache ich jetzt sofort.
Haste einmal ordentlich Klarschiff gemacht, gehts Dir gleich viel besser.

7 Replies to “Der Müll, der mich begleitet”

  1. Ja, ich trage IHN auch spazieren. Und: jeden Morgen und jeden Abend zum nächsten Mülleimer beim Warten auf die S-Bahn, aber wenige Stunden später sind die (Jacken- und Umhänge-)Taschen wieder gefüllt. Es ist mir ein großes, unergründliches Rätsel, wo das immer alles herkommt. Und woraus diese bunten Berge so bestehen (hier statt Bonbons: Kaugummi.Taschentücher aber auch. Und natürlich Kassenzettel. Und Kontoauszüge, die verstehen sich ja von selbst.). ICH stecke das bestimmt nicht da rein. Nein nein.

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  2. Vielleicht eine Verschwörung. Ich zum Beispiel kann mir gut vorstellen, dass Monsieur LeGimpsi immer seinen ganzen Schrott heimlich in meine Tasche einschleust. Müsste ich mal einen DNA-Abgleich machen. Ach was, ich konfrontiert den einfach gleich. Gibts ne ordentliche Intervention.

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  3. Und?! Was hat das Verhör ergeben?! War er geständig?!
    Ich kann hier keine/n Schuldige/n ausmachen. Aber habe dafür eine Vermutung: es ist die Jacken- und Taschenindustrie mit sich selbst füllenden Leerräumen!!! Denn: der Müll wiegt, leiert die Taschen aus, schlägt hässliche Wellen und Beulen in den Stoff und so muss ganz schnell wieder ein neues Stück her. Clever eingefädelt, Jungs und Mädels, aber Ihr seid überführt! Oder, fzz?!

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  4. Ich glaube ja, diese Müllansammlungen, die sich praktisch in allen Frauenhandtaschen wiederfinden, sind evolutionsbiologisch bedingt. Der Mann, von der Natur her durch und durch Jäger, entledigt sich des Unrats in seinen Taschen bei der erstbesten Gelegenheit, denn er befürchtet stets, dass ihn all der Müll bei der Verfolgung der Beute behindern könnte. Die Frau hingegen ist genetisch eher aufs Sammeln programmiert. In den frühen Anfängen der Menschheitsgeschichte haben sich nur die besten Sammlerinnen durchgesetzt und deren Erbgut ist heute noch in nahezu jeder Frau vorhanden. Nur die äußeren Umstände haben sich geändert, denn die moderne Frau ist nicht mehr zur Schaffung ihrer Lebensgrundlage auf das Sammeln von Essbarem in der Natur angewiesen. Sie besitzt aber nach wie vor den ungebremsten totalen Sammeltrieb und so wurde einfach im Laufe der Zeit das Beerenkörbchen gegen die praktische Handtasche ausgetauscht. Die durchschnittliche Frau kann deshalb gar nicht anders als Hustendrops, alte Taschentücher, Lippenstifte und Kontoauszüge zu horten. Das ist bloß meine bescheidene Theorie zu dem Ganzen, aber ich finde sie sehr plausibel…

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  5. @ Alexamalex: das ist vollkommen schlüssig und sollte dem Verbraucherschutz gemeldet werden.

    @ Flo: Das ist völlig unwissenschaftlich und populistisch. Leute, die sowas behaupten, schreiben auch Bücher über Kopftuchmädchen.

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  6. @ fzz: Wir sollten zusätzlich über eine Petition beim Bundestag nachdenken.

    @ flo: …oder über die Notwendigkeit von Disziplin und Strenge bei der Erziehung.

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  7. Also bitte, in was für eine Ecke man hier gleich gestellt wird… Dabei sind das alles bloß ganz solide Transferüberlegungen, die auf den Kenntnissen aus meinem Hochleistungsgrundkurs Biologie an der HES beruhen! Meine alte Lehrerin wäre sicher stolz auf mich!

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