Das Kind auf dem Sattel

Dr. Schmotzen hat an diesem Wochenende in Lichtgeschwindigkeit Fahrradfahren gelernt. Ich bin sehr beeindruckt.
Nachdem wir mittags mit töchterlicher Zustimmung ein toperhaltenes 18-Zoll-Fahrrad aus der pinken Genderhölle gebraucht erstanden hatten, beherrschte sie nach zwei Übungseinheiten bereits meterweises (»Nicht loslassen! Nicht loslassen!«) Fahren ohne Festhalten und einen Tag später dann völlig sowie ganz und gar freies (»Loslassen! Loslassen!«) Fortbewegen. Bremsen und Anfahren werden überbewertet.
Mit ihren fünf Komma fünf Jahren gehört sie bestimmt eher zu den späten Fahranfängern. Andere Kindergartenfreunde machten schon im letzten Sommer richtige Radtouren mit ihren Eltern.
Dafür hatte Dr. Schmotzen genug Zeit, ihren Gleichgewichtssinn auf Lauflernrad und Roller zu trainieren und sich durch Lektüre geistig auf die Strampeltechnik vorzubereiten. Ich kenne meine kleine Pappenheimerin und ihren Innovationsrhythmus.
Dass das dann so rasch und frustrationsfrei, dazu ohne Blutverlust geklappt hat, liegt aber auch an der exzellenten Anleitung durch den väterlichen Fahrlehrer, der es mit seinen beiden Beinen auf enorme, bislang ungesehene Geschwindigkeit bringt, während die Arme jederzeit auffangbereit um des Kindes Torso kreisen und die Augen den Streckenverlauf auf bewegliche Hindernisse analysieren. Gut gemacht, Mann und Kind.

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