Der doofe Hobbit

Hm.
Monsieur LeGimpsi und ich waren mit b. und ben_ und weiteren Freunden des Auenlandes im zweiten Kleinen Hobbit. In der guten Version, 2D ohne achtmilliarden Bilder pro Sekunde, dafür mit Ton und in Farbe. ben_ ist vom Geschehen begeistert und ich nicht.
Monsieur LeGimpsi und ich spielen in letzter Zeit manchmal am Computer die Legoversion von Herr der Ringe. Da muss man am laufenden Band Aufgaben lösen und Wege freischaufeln und Orkse töten und Sam macht Feuer und das hat dann auch noch irgendeine andere Funktion als einfach nur zu wärmen und ein Lager zu bieten. Weil es ein anwendungsgetriebenes Spiel ist, wurde auf Narration nicht so viel Wert gelegt, glaub ich.
So kam mir das beim zweiten Hobbit-Teil dann aber auch vor. Dass dreizehn unsterbliche Zwerge, ein unsterblicher Hobbit und ein grauer Zauberer in direkter Abfolge Krisen überwinden, vom Regen in die Traufe in den Regen stolpern (vom anästhesierenden Unterholz ins Spinnennetz in die Elbengefangenschaft während eines kurzen Waldspaziergangs). Also, ohne Luft zu holen, ohne gruppenbildenden Gesang, ohne irgendwas. Ohne, dass man sich ein genaueres Bild davon machen könnte, wer da eigentlich unterwegs ist und wie dringend das Zielobjekt des ganzen Unternehmens benötigt wird (also Identitätssuche, Friedensfindung einer ethnischen Gruppe, wird eigentlich nicht beackert).
Das war mir irgendwie zu atemlos erzählt, trotz der hundertsechzig Minuten, die zur Verfügung standen. Die hätten gern ein paar Pfeile weniger abschießen können, die hätten von mir aus ganze Elbin/Zwerg-Liebeleien rausstreichen können, um dafür der Gruppe mal ohne äußerliche Bedrohung mehr Raum zu geben. Da fehlte mir sowas wie inhaltliche Substanz, was, an das ich mein Herz hängen könnte, damit ich den kleinen Leuten auch wirklich wünsche, die alte Socke Smaug zu vertreiben und den Goldschatz wieder selbst zu bewachen.
Ben_ sagt: »Die Entfernung von der Kinderbuch-Vorlage ist inzwischen so drastisch, dass man eigentlich nur noch davon sprechen kann, das die Filme vom Hobbit inspiriert sind.« Ich finde, »die Entfernung von Peter Jacksons Herrn der Ringe ist inzwischen so drastisch, dass man eigentlich nur noch davon sprechen kann, dass die Filme von ihm inspiriert sind.«
Was gutes: Ich habe seit den erste Minuten vom zweiten Hobbit total Lust auf alle Teile Herr der Ringe hintereinander weg. Sollte noch in diesem Winter zu schaffen sein.

9 Replies to “Der doofe Hobbit”

  1. In Alle-Teile-hintereinanderweg haben die Hobbit-Erdulderin an meiner Seite und ich ja Erfahrung. Zeitig anfangen, zu passender Stunde dann Sushi kommen lassen. Ich würde euch ja einladen, aber unsere Zeitplanung ist etwas unplanbar, wie Du ja weißt …

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    1. Ja, wir sind auch einigermaßen erprobt im Langstreckenschauen.
      Gegeneinladung: Falls ihr im nächsten Winter beim Hobbittriathlon jemanden für die Giraffenobservation braucht, stellen wir uns äußerst gern zur Verfügung.

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  2. Ach und zum Hobbit überhaupt: Ja, naja … ein bisken was mit dem Singen und so haben sie ja im ersten Teil gemacht und ich finde, die Zwerge haben auch schon einen eigenen Charakter ein bisken. Ein paar von ihnen zumindest. 12 sind aber auch wirklich viele.

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  3. Es sind sogar dreizehn, man verliert da leicht den Überblick, was Deine These vom eigenen Charakter nicht besonders unterstreicht, lieber Ben. Aber gut. Ein bisken Gesang wär halt auch in diesem Teil schön gewesen. Schaue ich mal wohlwollend aufs Finale.

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  4. Man kann sich Sushi kommen lassen? Oh countryside, thou crulest place on earth!

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    1. theoretisch ja, aber nicht zu uns. die lieferkosten würden den sushipreis überholen und außerdem wärs kalt bis es hier ankäme.

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  5. Da würde ich doch sagen … sobald wir die kleine Giraffe halbwegs gebädnig haben, kommen wir mal nen Abend vorbei uns bringen Sushi mit. Das hält die Leiferkosten im überschaubaren Rahmen von nullkomma nix. Wahlweise kann ich auch Sushi selber machen. Also den Reis. Den Rest können wir dann zusammen machen. Das ist püppich.

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    1. Au ja. Das machen wir. Das wollt ich schon immer mal tun, Sushi selbst bauen. Die Innenrollen müssten tatsächlich gut zu bewältigen sein. Vielleicht üb ich schonmal mit Gurke.
      So eine süße Matschepampe ist bestimmt auch für nicht ganz mehr Säuglinge schmackhaft.

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