Aloha, Muskelchen!

Bei der Bildungsbandscheibenbesitzerin erfuhr ich von den Freuden des Wohnzimmerbreitensports. Ich bin ein begeisterungsfähiger Mensch und so legte ich mir ein rotes, elastisches Gummiband und eine schwarze Turnmatte zu, schlüpfte in bequeme, anliegende Kleidung, brachte das Kind zu Bett, schloss Monsieur LeGimpsi in seinem Büro ein und erklärte den Bereich zwischen Sofa und Klavier zum Centercourt für honolulusiäische Pilateskunst. Ziemlich schnell stellte ich fest, dass die Stabilisationsübungen des Volleyballtrainings Gymnastik aus Hawaai eindeutig stechen. Das ist sehr vergnüglich, anscheinend steckt in mir doch irgendwo ein kleiner Muskel.
Seither verbringe ich die Abende auf der Matte, atme tief wie nie zuvor, spanne an, dehne herum, lasse meinen starken Arme von der netten Dame loben und inhaliere gummihaltige, polyzyklisch-aromatisch kohlenwasserstoffliche Dämpfe von Band und Unterlage. Von dem ganzen Sauerstoff und dem Gift wird mir dann gegen Ende der Stunde ziemlich übel und schwindelig, aber das ist in Ordnung, ich bin Protestantin. Dann verabschiede ich mich von der Vorturnerin, räume die Sporthalle auf, entriegele Monsieur LeGimpsis Tür, gehe in die Dusche und bin ein sehr zufriedener Mensch.

2 Replies to “Aloha, Muskelchen!”

  1. Warum nimmst Du den Herren LeGimpsy nicht auch mit auf die duftende Matte? Aber ja, ich weiss ich weiss.

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  2. Geht doch nicht, Pilates ist ein Einzelsport.

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