Ein Klavier, ein Klavier

Jetzt haben wir ein Klavier. Momentan befindet es sich noch bei seinem alten Besitzer, doch schon bald wird es seine Reise in den Norden antreten. Monsieur LeGimpsi und ich hoffen, dass die Investition hält, was ein verwackeltes Bild und spärliche Informationen vage in den Raum stellen. Atia von den Juliern, ich fordere Gerechtigkeit!
Als ich ein Kind war, habe ich auf unserem Klavier, das ich insgeheim für meine Altersvorsorge hielt, weil die Tasten aus reinem Elfenbein zu bestehen schienen, das sich beim Auseinanderbauen des morschen Corpus dann aber als Furnier erwies, jedenfalls habe ich als Kind auf dem geschlossenen Klavier sehr gern und mit großer Akribie Büro, Büro gespielt. Um genau zu sein, Schreibbüro, Schreibbüro.
Ich habe per schnurlosem, weil gekapptem, Telefon Aufträge für Einladungen, Traueranzeigen, Mahnungen und Erpressungen angenommen und so seriös wie stilsicher niedergeschrieben. Meine Spezialität waren Liebesbriefe. Selbstgebastelte Umschläge und Briefmarken gehörten ebenso dazu, wie Parfümierungsoption und Finanzierungsservice. Wenn der Fall am Telefon allzu dramatisch war oder psychologisches Einfühlungsvermögen verlangte, half ich als Seelsorgerin. Ehrenamtlich. Hach ja, der erste Job ist immer der schönste.
Dr. Schmotzen und das Klavier? Da bin ich gespannt. Vielleicht spielt sie ja damit.

One Reply to “Ein Klavier, ein Klavier”

  1. […] Klavier, es kommt. Nach hickhackigen Logistikmanövern, nach konfliktreichem Wechsel des […]

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