C-C-Cola

Ich kann keine Cola kaufen. Ich habe sie in meinem Leben noch nicht getrunken und allein diese vier Buchstaben aneinanderzureihen, ekelt mich an. Nun ist es so, dass Monsieur LeGimpsi zur Stunde über einer bedeutenden Arbeit für die Wissenschaft sitzt. In diesem verantwortungsvollen Zustand soll er sich ernähren, als regiere der Hedonismus mit strenger Hand.
Leider bin ich Verwaltungsrat des Logistikzentrums und zuständig für die Wareneinfuhr. Ich stehe also an der Kasse, lade mit spitzen Fingern Einliterflaschen C auf das Band (Einskommafünfliterflaschen und Du hättest mich einliefern können), drapiere sie zwischen Landliebemilch, Olivenöl und Pflaumenkorb, versuche, zu wirken, als kaufte ich für jemand Krankes, Bettlägriges, Hilfebedürftiges ein, als wäre ich Sozialdienstleisterin, von mir aus mit katholischem Träger, und fremdschäme mich für mich selbst. Gegenüber an der Feinkosttheke lehnt Bourdieu und malt lächelnd einen großen Haken in sein Notizbuch.

One Reply to “C-C-Cola”

  1. Bei dir hat Bourdieu heute sogar zwei ganz große Haken gemacht.

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