Die Angst vor Kohl

Gibt es eine Angst vor Weißkohlköpfen und wenn ja, ist sie klinisch anerkannt?
Ich bin nicht gut darin, Kohlköpfe zu schneiden, weil sich etwas in mir dann vorstellt, es handelt sich um Menschenköpfe. Das verursacht Stress und trägt letztlich zu einer größtenteils kohlfreien Ernährung bei. Wie schade, denn im Winter mag ich Rotkohl sehr. Und so freue ich mich immer, wenn mutigere Köche als ich, mir ihr Rotkohlgericht kredenzen und ich die kleinen dünstigen Raspelchen essen kann, ganz ohne an Gehirnquetschung und Lobotomie zu denken.
Wo die Neurosen wuchern, will ich Landschaftsgärtner sein. Bevor ich also völlig lebensunfähig werde, stelle ich mich heute der Angst und mache Krautsalat.
Das geht so:

1 Weißkohl (nimm ruhig ein größeres Exemplar, Parallelen zu einem Babykopf wollen wir vermeiden)
2 Zwiebeln
schnippeln, dabei die Gedanken flanieren lassen.

5 EL Zucker
5 EL Öl
2 EL Salz
250 ml Kräuteressig
1 l Mineralwasser
Pfeffer
vermischen, und über das Gemüse geben.
Einen geringfügig kleineren Deckel als der Umfang der den Salat beherbergenden Schüssel misst auf das schäumende und sich wehrende Gebräu legen, mit Gewichten beschweren und einen Tag lang ziehen lassen. Die Flüssigkeit kannst Du schließlich abschütten – wir wollen nur das German Kraut!

Noch einmal fix den Kohl getätschelt und dann der erste Schnitt, direkt über den Ohren.

2 Replies to “Die Angst vor Kohl”

  1. Menschenköpfe? What is wrong with you?

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  2. Hast Du nie moralische Bedenken, Spaghetti in kochendes Wasser zu werfen?

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