Wir Krieger der Süße

Das Büro ist ein mystischer Ort.
Kurz nach Sonnenaufgang gegen neun Uhr bilden sich in stiller Absprache Such- und Spähtrupps und strömen aus, das Gebäude nach Geburtstagskindern und Ausständlern zu durchforsten. Dabei sind ihnen die Zielpersonen einerlei, sie haben es allein auf den nahrhaften Kollateraleffekt abgesehen.
Die Krieger suchen in zivil und gehen systematisch vor. Niemals würde ein einzelner mehr als einen strategischen Punkt pro Rundgang observieren. Stoßen sie auf das Target, wird eine Probe in unauffälliger Menge davongetragen und im Lager gemeinschaftlich analysiert. Handelt es sich um Material der Güteklasse I, II oder III (Die Güteklassen ergeben sich naturgemäß aus der Qualitäts-Quantitäts-Korrelation)? Demokratisch wird entschieden, ob der Beutefeldzug in weiteren riskanten Manövern ausgebaut werden soll. Ist der Bescheid positiv und der Schatz endlich sicher diesseits der Burgmauern, beginnt das Fest. Schokoriegeltürme stapeln sich zum Himmel, Gummibären gründen bunte Kommunen, Schokoküsse fliegen durch die Luft, Kaubonbons schießen auf orale Torwände, sich auswickelndes Cellophanpapier macht die Musik.
Und über alldem thront und wacht die Schamanenkollegin und Onlinefreundin und schwenkt gütig den Zauberstab über ihre emsige, kauende Gefolgschaft. Einzig ihr ist sie treu. Ihr und dem Zucker. Jeden Morgen verteilt sie glücksbringenden Segen in alle Ecken des Nirvanas: Glück! Glück! Glück! Glück!
Auf dass die Schlacht niemals ende.

One Reply to “Wir Krieger der Süße”

  1. […] Trümmerhaufen Nussecken gebacken. Für die Truppen im Büro. Weil ich mich sehr auf die vor uns liegenden Feldzüge […]

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