Eine Liebesgeschichte – Teil III

Einen Tag und eine Nacht schlief ich. So lange brauchte es, bis eine Antwort kam. Und diese Antwort war überhaupt nicht geschäftlich. Sie war ehrlich und ausführlich und eine Absage. Und wie hätte sie keine Absage sein können? Wie hätte die zurückliegende Zeit, das Ringen und Stolzieren, wie hätte diese Hypothek zweihundert Kilometer zwischen uns überstehen können, wie hätten wir dieses eitle, egomane Fundament überführt in etwas Tragendes, etwas das leuchtet?
Ich zog mich bürogerecht an, fuhr in die Städte und suchte nach Arbeit. Und einmal hatte ich sie fast gefunden. Es war in Hamburg, ich wurde geprüft und gefragt und sollte einen Ort nennen, der ich gerne wäre und ich sagte Dresden und dann sagte ich, dass ich keine Finanzkommunikation machen möchte und ich sagte Auf Wiedersehen und Danke, dass Sie mir die Fahrtkosten erstatten.
Das waren ein, zwei Monate nachdem Monsieur LeGimpsi mich abgelehnt hatte. Wir sahen uns nicht und wir hörten uns nicht und wir lasen uns nicht. Und die ganze Zeit stand er neben mir und ich auf der anderen Seite. Der Raum um uns war leer. Ich dachte, wenn wir umeinander kreisen können und klammern und stoßen, wenn das wir sind, dann werden wir. Dann müssen wir nur gut auf die Statik aufpassen, dann bauen wir eben in die Breite.
Ich hörte auf, mich bürogerecht anzuziehen und in Städten zu suchen. Ich wartete auf Mittwoch. An Mittwochen hatten wir gefeiert, in Ecken stehend gekämpft. Das wollte ich zurück. Am Mittwoch hatte ich Geburtstag.

One Reply to “Eine Liebesgeschichte – Teil III”

  1. Ein Stück Erinnerung tanzt durch den Raum. An eine andere Zeit, eine andere Welt! Was bleibt ist abklingende Gänsehaut!

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