Wir spielen: Splendor

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Wir haben die Spielesaison eröffnet. Monsieur LeGimpsi fuhr unter widrigen Umständen zur weltgrößten Spielemesse nach Essen und kehrte mit umfassender Ausbeute zurück.
Am Wochenende haben wir mit Dr. Schmotzen Kokosnüsse eingelocht und Stockwerke gestapelt. Dazu später womöglich mehr.
Mit dem guten Zeug fingen wir dann gestern Abend zu zweit an. Um acht schlafen einigermaßen zuverlässig beide Kinder, da bleibt genug Zeit für Monsieur LeGimpsi und mich und ein paar Würfel oder was man so zum Spielen braucht.
Für Splendor benötigt man casinomäßige Chips, die liegen richtig schwer in der Hand. Die Ästhetin in mir freut sich, dass die Spieleerfindertruppe Spacecowboys sich gegen Pappe und für Kunststoff entschieden hat (die umweltbewusste Planetenbewohnerin in mir freut sich darüber natürlich nicht so sehr, wobei, vielleicht ist das auch ökologisch korrekter Kunststoff).
Jedenfalls ist die Idee simpel: Mit fünf unterschiedlichen Wertmarkengruppen und einem Joker muss versucht werden, so in Ressourcen zu investieren, dass diese möglichst effektiv selbst als Investitionsmittel verwendet werden können und sie dann im Spielverlauf auch noch die Grundlage für Siegpunkte bilden. Nach einem eher mühsamen Beginn entwickelt sich ziemlich bald eine Dynamik, die dafür sorgt, dass man riesige Wertmarkenberge anhäuft. Wenn man sich geschickt anstellt und nicht zu lang spart. Da versteh ich auch, was die reichen Leute machen, wenn sie ihre Penunzen für sich arbeiten lassen. Nämlich nix. Viel Kapital entwickelt ganz von allein mehr. Und mit den Wertmarkenbergen kann man dann jedenfalls die großen Klunker kaufen und die machen dich zum Gewinner.
Pro Zug kann man sich nur für eine Aktion entscheiden, man muss also gut abwägen: entweder Kapital sammeln, eine Investition tätigen oder eine Investition planen. Das wars schon.
Gleich im ersten Durchgang hat sich uns eine ziemlich offensichtliche Frage gestellt, die weder in der Anleitung noch in einschlägigen Nerdforen geklärt wird. Darum werde ich mich direkt an den Autor wenden und hoffe, ich bekomme es mit einer Antwort zu tun. Huiui.
Ich mag ja Spiele, in denen man einigermaßen strategisch vorgehen muss, im Blick behält, wie es um den Gegner steht und man es bei der Spielmechanik mit einer einigermaßen ordentlichen Menge an Komplexität zu tun hat. Das ist bei Splendor alles nicht der Fall. Trotzdem mag ich das Spiel auf Anhieb sehr gern. Es ist schnell erklärt, schnell verstanden, kurzweilig und man kann nebenbei essen, ohne was zu verpassen. Oder mal eben dem kleinen Kind helfen, in die nächste Ladung Schlaf zu finden. Und danach gehts weiter, ohne sich großartig wieder einfinden zu müssen.

Kategorien: Kaufrausch, Materialliebe
Dauer: könnte länger sein
Frustrationstoleranz erforderlich: ja (wie komm ich jetzt auf schnellstem Weg zu acht Rubinen?)
Anzahl der Spieler: zwei bis vier
Was machen Kinder solange: arbeiten als Kundenbetreuer in der Edelsteinbank

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