Zwei Überraschungen

Konkurrenz belebt das Geschäft, gilt vermutlich auch unter Geschwistern. War bei uns heute jedenfalls so, kaum konnte die eine was neues, wollte die andere auch. Nachdem das große Kind uns beim Mittagessen mit ersten Leseversuchen beeindruckte und von der Kapitelüberschrift ihres Buches die Wörter ODER und RABE und von der Wasserflasche das Wort MINERALWASSER (Dr. Schmotzen hat sich vorerst auf Versalien spezialisiert) zunächst in die einzelnen Laute aufteilte und sie dann zusammenfügte, zog das kleine Kind nachmittags dann ebenfalls in Sachen Entwicklungsschritt nach und drehte sich vom Bauch auf den Rücken, immer wieder und wieder. Ich mag ja die unbesorgte Art von Babys, Dinge einfach mal zu machen. Einfach mal den schweren Kopf als Gewicht nehmen, pendeln, pendeln und sich schließlich soweit zur Seite lehnen, mit dem gegenüberliegenden Arm abgestützt, bis er den übrigen Körper mitreißt und sich dann im Mitreißen aber doch erschrecken und die Hände Halt suchend von sich strecken, entsetzt schauen, sich dann auf dem Rücken angekommen sicher fühlen und im Triumph vor Stolz fast platzen und sich des puren Lebens freuen. Ein zweisekündiges Drama, fünfmal hintereinander. Danach erschöpft einschlafen.

One Reply to “Zwei Überraschungen”

  1. […] Aus Gründen und weil es einfach so ist. Großartig, wie sie sechs Monate nach dem mühseligen ersten Wort so flott und textsensibel lesen gelernt hat. Und wie sie abends im Bett heimlich noch liest und […]

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