Tag 1: Der Beginn der Ewigkeit

In der vergangenen Woche war mein letzter Arbeitstag. Jetzt liegt eine drei Monate große Freifläche vor mir, heute fängt sie offiziell an.

Processed with VSCOcam with se3 presetDie Menschen im Büro haben mir den Abschied äußerst schwer gemacht, sowas können sie gut. Ich trage eine von ihnen selbstgebastelte Fibel bei mir, in der sie gesammelt haben, was ich mit meiner Zeit so anstellen könnte. Quasi ein personalisiertes Zirkusprogramm inklusive eigens kuratierter Einkaufstipps. Das ist großartig und wird dringend benötigt. Habt vielen Dank, Lieblingsmenschen ausm Büro!

Bevor der große Spaß aber beginnt, steht in dieser Woche ausmisten und aufräumen an. So hab ich das gestern beim Übergang in den Mittagsschlaf zumindest geplant. Sogar richtig professionell mit Aufschreiben und Wochentagzuordnung:
Montag: Vorratsschrank und Küchenvertiko
Dienstag: Dr. Schmotzens Zimmer
Mittwoch: Flurschrank und jede Malm-Kommode, die ich finden kann
Donnerstag: Schlafzimmerschränke und finaler Abtransport zum Wertstoffhof
Freitag: frei
Samstag: Kickoff Gartenrenovierung

Ich hab mir das so gedacht, dass ich die Rümpelei morgens erledige, dann zu Mittag was nettes kleines koche und direkt Feierabend mache: lesen, in der Sonne liegen, Filme schauen, sowas. Anschließend wird das Kind abgeholt. Das hat sich in dieser Woche direkt mehrfach außerhäusig verabredet, da hab ich also noch mehr Zeit allein. Mir ist eingefallen, montags ist Damenschwimmen im Hallenbad. Könnt ich mir ja für nachmittags mal überlegen. Das Durchschnittsalter beträgt etwa siebzig, auch unterm Personal, das find ich angenehm.

Der Tag heute hat leider maximal ungünstig begonnen. Quasi mit dem worstcase aller größten anzunehmenden Unglücke: Es gab einen beträchtlichen Spinnenvorfall und ich war allein in der Wohnung. Warum wohn ich denn mit dem Mann zusammen? Wegen der ganzen Liebe und Familiensache, die wir zusammen haben, aber natürlich auch, damit er sich um die Spinnenvorfälle kümmern kann. Also die beträchtlichen, die normalen, die kann ich selbst wegorganisieren. Und dann ist er im entscheidenden Moment nicht da und das dicke Ding und ich sind auf uns allein gestellt. Zum Glück hatte ich meine Brille noch nicht aufgesetzt. Mit 0,5 Dioptrien weniger als gesund, wirkte sie nicht ganz so bedrohlich, ich konnte noch nicht mal ihr Fell erkennen. Aber ich wusste natürlich, was für ein Monster da in echt, also mit klarer Sicht, vor mir sitzt. Ich hab mich dann gekümmert, aber nochmal mach ich das nicht.

Ich fange jetzt an. Vorratsschrank und Küchenvertiko, los gehts.

2 Replies to “Tag 1: Der Beginn der Ewigkeit”

  1. Respekt! So einen Ausmist-Plan hatte ich für meine Urlaubswoche in den Semesterferien. Dann waren Kind und ich krank…
    Wenn dir mal ganz langweilig ist und du aber noch mobil bist, kommst du vorbei, okay?

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    1. Ha, warts mal ab, sobald das Kind da ist, rühr ich hier grundordnungsmäßig wahrscheinlich keinen Finger mehr. Da bin ich froh, wenn ich die Spülmaschine ausräume. Jetzt grad führ ich so ein richtiges Schluffileben, da hab ich einfach viel zu viel Zeit. So viel, dass ich sie sogar freiwillig in irgendwelchen Schränken wühlend verbringe.
      Ich meld mich mal per Mail bei dir und dann klamüsern wir was aus.

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