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»tratz mich!«

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Des Kindes Bronchien sind krank.
Es verbringt den fünften Tag in Folge im Bett und weil ich Teil der Solidargemeinschaft bin: ich auch. Kranksein bedeutet in der aktuellen Causa schlechte Laune bei vollem Bewusstsein. Wir haben auf Seiten der Patientin eine etwas lagercholerische Situation mit gelegentlich gemütlichen Einsprengseln im Falle unruhiger Schlafeinheiten und dem Sandmännchen. Meine Erziehung basiert mittlerweile hauptsächlich auf den wilhelminischen Grundsäulen Erpressung, Bestechung und Belohnung. Mein demokratisches Mutterherz erbittet ein Sabbatical, ich verschenke also eine Arbeitsfreistellungsbescheinigung gegen die Pflegeübernahme einer knapp dreijährigen Despotin.
Damit Du weißt, was Dich erwartet, hier ein repräsentativer Auszug Dr. Schmotzens Imperativsalven:
»nein!«
»ich will was trinten!«
»ich will fernsehn duten!«
»zieh mir die hose aus!«
»nicht den schal abmachen!«
»nein nein nein!«
»nicht zähneputzen!«
»mach das nicht!«
»bleib hier!«
»dut mich nicht an!«
»ich will nicht in die tindergarten!«
»ich will nicht nach draußen!«
»ich will einen durchsichtiden strohhalm!«
»ich will einen drünen strohhalm!«
»meine haare tun weh!«
»wir müssen findernädel schneiden!«
»lies willi wiberg mit dem löwen!«
»ich will willi wiberg mit der oma!«
»ich will nochmal willi wiberg mit der oma!«
»tratz mich!«
»nein, da!«
»jetzt willi wiberg mit alfons!«
»du tommst hier hin jetzt!«
»deh wed!«
»ich will nicht schlafen!«
»in meiner nase ist ein droßer popel!«
»ich will teinen deburtstad haben!«
»erzähl mir das nich!«
»mir ist heiß!«
»nimm die dette wed!«
»ich will nichts essen!«
»ich will darnichts!«

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