Alle Artikel des Monats: September 2016

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Unter Strom

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Irgendwie findet bei Spartacus grad konzentriertes Charakterwachstum statt. Und was wir da zu sehen kriegen, huiui. Es handelt sich vermutlich um einen äußerst willensstarken, autonomiebedachten Menschen mit Hang zu grober Gewalt gegen Dinge. Auch wenn ich sagen würde, dass sie und Dr. Schmotzen grundsätzlich aus dem gleichen feinen Holz sind, war Dr. Schmotzen in meiner Erinnerung nicht ganz so mercedesartig. Dr. Schmotzen hatte immer schon eine große Kompromissfähigkeit und Empfänglichkeit für solide Verkaufsargumente. Spartacus hingegen, ich weiß ja nicht. Und dann hat sie natürlich noch diese Kleinkindblödigkeit, diese völlige Konzeptlosigkeit von fast allem, die nur durch ewiges Ausprobieren verschwindet. Bis sich da mal ne Regel abgeleitet hat.
Lustige Zeiten grad.

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and hit it

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Die letzten Wochen haben gezeigt, alles was ich brauche, ist eine Yogamatte und zwei kleine Hanteln. Sobald Spartacus gegen halb acht eingepennt ist und sich in der ersten Phase ihres Nachtschlafs befindet, die so tief ist, dass sie für etwa eine Dreiviertelstunde Lautstärken einer Düsenflugzeughauptverkehrszone toleriert, ziehe ich mir andere Klamotten an, rolle die Matte aus, lege die Hanteln parat und mache Sport. Wirklich anstrengenden Kram. Kraft und Cardio und Bauchmuskeln im Wechseln, das dauert knapp eine halbe Stunde und danach bin ich völlig am Ende. Eigentlich auch schon zwischendurch immer mal wieder, aber darum gehts ja. Da muss man dann durchhalten, ist ja auch gleich vorbei. Aus dem Fernseher sagt eine strenge Amerikanerin, was zu tun ist und ich mach das dann. Alle paar Tage ändert sich das Programm etwas zum schlechten und dann muss man sich an neue Übungen gewöhnen. Das erste Mal ist immer extrem anstrengend, einmal lag ich den ganzen Abend danach auf dem Boden, weil mein Kreislauf es nur dort aushielt. Aber schon beim nächsten Training hat sich der Körper auf die höhere Schwierigkeit eingestellt und macht einfach.
Es ist alles etwas fester geworden, der puddingartige Zustand ist weg, ich werde jeden Tag ähh stärker. Ich habe keine Rückenschmerzen mehr und das rechte Knie ist auch wieder gut. Natürlich macht es mehr Spaß, auf Volleybälle zu schlagen, aber das geht mit dem kleinen Kind und seiner abendlichen Mutteranhänglichkeit einfach nicht. Es klappt aber auch zu Hause ganz gut, hätt ich nicht gedacht.

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Dr. Schmotzens neue Woche

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Diese Woche war verrückt. Dr. Schmotzen hat auf den Schlag die Möglichkeit für vier neue Freizeitvergnügen erhalten.
Zum Ende des letzten Schuljahres lief der Instrumentenkreis aus. Dort ging sie immer freitags hin und lernte die Grundlagen des Notensystems kennen, beschäftigte sich mit Klavier, Flöte, Gitarre und Schlagzeug. Da war der Lehrplan nach einem Jahr durchgespielt. Außerdem besuchte sie im Sportverein so nen orientalischen Tanzkurs für Kinder. Das macht sie auch noch weiterhin, immer am Dienstag. Keine Ahnung, warum, ich vermute, es liegt am Spaß. Aber der Musikunterricht ist nun jedenfalls vorbei und sollte bestenfalls irgendwann mal demnächst in Instrumenteneinzelunterricht übergehen.

Am Montag war nichts.
Am Dienstag Tanzen.
Am Mittwoch schaute ich mir das Kursangebot des Sportvereins unverbindlich genauer an, entdeckte Aikido und befand, dass eine gute Defensive immer eine praktische Sache sei. Der Aikidokurs findet mittwochs statt und so fuhren wir direkt nachmittags mit einem restlos begeisterten Kind dorthin. Das Kind kehrte höchstzufrieden zurück und hatte gelernt versiert einem Bauchtritt zu begegnen (einfach einen Schritt zur Seite ausweichen) und sich die Füße zu massieren (täglich abends vorm Schlafengehen den Füßen für ihren Dienst danken).
Am Donnerstag rief eine Klavierlehrerin der Kreismusikschule an und fragte, ob wir zwei Stunden später mit Klavierunterricht beginnen wollten. Das Kind war restlos begeistert und so verlebte es die erste Klavierstunde von hoffentlich vielen, vielen weiteren und lernte, sieben Mal den gleichen Ton anzuschlagen.
Am gleichen Tag brachte es aus der Schule ein Anmeldeformular für Flötenunterricht mit, das es sich freiwillig eingepackt hatte. In diesem Schuljahr können Zweitklässler immer freitags nach dem Unterricht Flöte spielen lernen. Das Kind ist restlos begeistert.
Heute wurde es von der Klassenlehrerin angesprochen, ob es in der frisch gegründeten Theater AG mitmachen möchte. Im letzten Schuljahr hat das Kind mit einer Freundin wohl öfter mal selbst ausgedachte ausufernde Stücke einstudiert und der Klasse vorgeführt. Ich kann mir gut vorstellen, dass es dabei zu Beschwerden gelangweilter Zuschauer kam und die Schule das nun in geregelte Bahnen zu lenken versucht. Jedenfalls findet die AG immer donnerstags statt. Die Begeisterung des Kindes ist restlos.
Fast jede Aktivität bringt Vor- und Nachbereitungen mit sich. Beim Flöten- und Klavierunterricht soll täglich jeweils eine Viertelstunde geübt werden. Für die Theater AG muss man Texte auswendig lernen. Und die Aikidolehrerin möchte, dass die Füße dauernd massiert und gewürdigt werden. Nur orientalisches Tanzen ist entspannt, da geht man einfach bloß hin.
Wir schauen mal, wie sich die Dinge entwickeln. Das mit der Flöte lassen wir vielleicht erstmal sein. Im letzten Jahr beim Instrumentenkreis hat Dr. Schmotzen die Flöte mit ihren blöden tausend Löchern jedenfalls gehasst.
Müssen wir mal abwarten, welche Aktivitäten auf Dauer bleiben. Das entscheidet Dr. Schmotzen.