Alle Artikel des Monats: April 2015

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Tag 13: Yoga

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Heute erste Yogastunde. Also in meinem Leben. Zum Glück wars nur die Lightversion für Schwangere, da verdreht man sich nicht so richtig brezelartig. Aber für die schiefe Katze hats trotzdem gereicht. Hab ich also beidseitig ne schiefe Katze geturnt, war ganz angenehm. Dann folgten noch weitere Übungen, die wirklich anstrengend waren. Die Herausforderung war weniger, in die Positionen zu kommen, als sie zu halten. Und zu halten und zu halten. Und dabei zu atmen und den Atem auch noch durch die verschiedenen Körperteile zu schicken. Ich habe heute abwechselnd in meine Achselhöhlen geatmet, das war interessant, das gabs noch nie. Und dann am Ende folgte die Tiefenentspannung, da haben wir uns alle hingelegt, in Decken eingemummelt und gedöst. Und geatmet. Nach neunzig Minuten war der Yogaspaß dann vorbei und ich bin in einer vorbildlichen Haltung nach Hause gefahren.

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Dann ist es eben so.

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Das ist schon ein grundsätzlich beunruhigendes Gefühl, wenn der dritte große Ultraschall damit endet, dass man zu einer weiterführenden Untersuchung mit einem Feindiagnostiker geladen wird, die Mitarbeiterin dann einen Termin in der übernächsten Woche anbietet und die Ärztin darauf besteht, dass er unbedingt in den folgenden sieben Tagen stattfinden soll. Und man kurz darauf dann zu Hause angerufen wird, ob man nicht auch bereits am Wochenende Zeit für diesen Ultraschall hätte.
So lag ich dann heute um zwölf Uhr in einer angenehm leeren Praxis auf der Pritsche und habe mit einem Feindiagnostiker und meiner zivilgekleideten Frauenärztin eine ausführliche Stunde im Untersuchungszimmer verbracht. Das grundsätzlich beunruhigende Gefühl wird nicht besser, wenn die zivilgekleidete Frauenärztin direkt zu Beginn der Untersuchung anfängt deine Schulter zu streicheln und es auch zwischendurch immer wieder tut. Und der Feindiagnostiker und die zivilgekleidete Frauenärztin Fachgespräche über deinen Kopf hinweg führen, die in etwa klingen wie „Hier, die alfhsüeirjckf lässt sich super darstellen, ganz gut ausgeprägt, völlig unauffällig, aber. Ganz klar ersichtlich, dass es sich dann hier um einen asdhcosinfüwevijf handelt. Könnte auch ein adöfoihcscek sein, mit Verdacht auf eoijfvrdlks. Immerhin kein soijbrmgfp.“
Irgendwann haben sie dann angefangen, auch mit mir zu sprechen und was ich hörte und verstand, ist erstmal ok. Ok im Sinne von akzeptabel. Akzeptabel im Sinne von kein Grund zur Hysterie. Im Sinne von, alle anderen Organe sind topfit, vor allem das Gehirn, das Herz, die Nieren, auf die kommt es an, die weisen in ihrem hübschen Zustand darauf hin, dass es sich nicht um ein Syndrom handelt. Alles weitere wird sich zeigen, vielleicht löst sich das Problem von allein, vielleicht behält es seinen aktuellen Status Quo, vielleicht verschärft es sich, im schlimmsten Fall steht eine Operation nach der Geburt an und anschließend ist alles gut. Wir schauen jetzt mal, wie sich die Dinge entwickeln.
Es ist bloß. Es hat ein neues Gefühl Einzug erhalten. Ich kannte es bislang nicht, ich hätte es gern nicht kennengelernt.

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Anders halt

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Seit wir uns auf einen Namen fürs neue Kind geeinigt haben und der überraschende 3D-Ultraschall vermuten lässt, dass es möglicherweise eine sehr lustige Nase im Gesicht trägt, ist mir irgendwie klar geworden, dass da ein völlig eigener, einzigartiger Mensch auf die Welt kommen wird. Bislang hieß er einfach Baby und ich hatte ihn immer diffus als Kopie von Dr. Schmotzen abgespeichert. Aber das ist er eben nicht. Die junge Dame wird vielleicht ganz anders sein. Anders aussehen, anders einschlafen, anders trinken, anders lernen, mit einem anderen Blick durch die Welt gehen. Unter Umständen wird sie im späteren Verlauf sogar freiwillig und mit großer Freude Obst und Gemüse essen. Und vielleicht mag sie dafür Bücher nicht so gern und spielt lieber den ganzen Tag im Wald bei den Graugnomen und Wilddruden.
Genauso wenig, wie ich mir damals in der Schwangerschaft vorstellen konnte, wie das Leben mit Dr. Schmotzen einmal sein wird, kann ich mir jetzt nicht vorstellen, dass ich ein Kind habe, das anders ist als das bisherige. Das ist schrecklich einfältig von mir.

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Tag 9: Im Ameisenland

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Ich habe eine Tasche genäht. Mit Innenverkleidung. Und vorn drauf hab ich den Namen des neuen Kindes freihandgestickt. Wobei ich nicht genau weiß, was sticken eigentlich ist. Ich hab halt die Großbuchstaben draufgenäht. Das war gar nicht so leicht und meine Hand-Fuß-Koordination ist viel schlechter, als ich dachte. So eine Nähmaschine rattert aber auch echt in ner Höllengeschwindigkeit, wenn man sie lässt.

Processed with VSCOcam with f2 presetZur Tasche angeleitet hat mich Dana. Die ist ganz schön streng und steht auf Bügeln und maßgenaues Arbeiten. Nach jedem Arbeitsschritt soll man immer alles bügeln und nachmessen. Hab ich nie gemacht, ich hab den Stoff höchstens mal mit der flachen Hand gradegezogen und statt nachmessen hab ich ziemlich kritisch und möglichst rechtwinklig geschaut.
Gut, dass das kein Volkshochschulkurs war, Dana hätte mich bestimmt sofort rausgeschmissen. Trotzdem bin ich ganz zufrieden, wenn man den Reißverschluss öffnet, sieht von innen alles tiptop aus.

Processed with VSCOcam with f2 presetDas hat den gesamten Vormittag gedauert. Dann war ich hungrig und habe mir das Lieblingsessen aus Bürokantinensternekochzeiten nachgekocht. Maultaschen mit angeschmelzten Zwiebeln und lauwarmem Kartoffelsalat. Der Sternekoch kanns besser. Aber der hat ja auch tausend Leute, die für ihn arbeiten und abschmecken und schnippeln. Am Ende richten sie dann minifuzzikleine Portionen auf den Tellern an. Meine Portion heute war größer. Und ich will mal sehen, was der für ne Tasche genäht hätte.

Zwischendurch musste ich mich um unsere aktuelle Ameisenkolonie kümmern. Seit ein paar Tagen bevölkert sie unser Wohnzimmer und baut einen städteplanerisch eindrucksvollen Wirtschaftsweg von der Schlafzimmertürecke bis zum Küchenschranksockel. Ameisen arbeiten ungemein effizient und planvoll. Die haben sogar einen kleinen Kreisverkehr errichtet. Außerdem kommunizieren sie ganz wunderbar. Ihre Straßen sind in beide Richtungen zweispurig. Alle paar Zentimeter gibt es Verkehrsinseln, auf denen sich die Ameisen der unterschiedlichen Richtungen treffen und einen kurzen Plausch halten. Das dauert aber nie länger als anderthalb Sekunden. Keine Ahnung, was die in der Zeit besprechen, Börsenthemen, vermutlich.
Die Ameisen sind wie ich. Ab Mittag hören sie mit der Emsigkeit plötzlich auf. Dann verziehen sie sich und lesen oder schauen Filme. Ich hab sie eigentlich ganz gern, trotzdem können sie nicht bei uns bleiben. Morgen werd ichs ihnen erklären.

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Tag 8: Vermessungen

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Das große Kind wurde in der Schuleingangsuntersuchung für voll tauglich befunden und ist somit für den Schuldienst zugelassen. Quasi T1-gemustert. Lediglich an der Stifthaltung soll es noch arbeiten, muss es aus meiner Sicht aber nicht. Als reine Linkshänderfamilie kennen wir uns mit nonkonformistischer Herangehensweise an die praktischen Dinge des Alltags bestens aus.
Bevor wir zur Amtsärztin durchgelassen wurden, galt es einige Tests im Vorzimmer zu bestehen. Ich kenne das schon von den Untersuchungen beim Kinderarzt: Solange die Leute im Raum keinen Doktortitel tragen, ist das Kind entspannt und voll funktionsfähig. Kommt die Autorität dann hinzu, versteifen sich die kleinen Schultern unmerklich und eine Prüfungsstimmung befällt die Tochter. Passiert ihr dann vor Aufregung ein Fehler, sacken die kleinen Schultern ab und die Frustration einer enttäuschten Perfektionistin befällt die Tochter. Alles noch sehr subtil und nach innengekehrt, aber für mich Dr. Schmotzen-Profi gut sichtbar. Kenn ich außerdem selbst zu gut, been there, done that, mein Leben lang. Obrigkeitenneurose.

Das kleine Kind wurde ebenfalls vermessen und für voll tauglich befunden. Kurzzeitig schaltete die Ärztin das Ultraschallgerät auf die gefürchtete 3D-Ansicht. Hätte sie mich besser mal gefragt, ich hätt ihr davon abgeraten. Dieses neumodische Technikzeug liegt mir überhaupt nicht. Dit is mir alles viel zu hysterisch. Jetzt hab ich hier so einen bröckeligen Mondlandschafts-Ausdruck liegen und weiß überhaupt nicht, was ich damit anfangen soll. Am Ende sieht die Dame doch wieder ganz anders aus und ich hab mich umsonst gegruselt, dass es die krasseste Stupsnase aller Zeiten hat.

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Tag 7: Üüübel

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Die Übelkeit kam heute zurück und blieb direkt den ganzen Tag zu Besuch. Andreas Baader hat den Zustand dann auch nicht besser gemacht.
Morgen gehts bestimmt wieder besser. Vormittags Einschulungsuntersuchung beim großen Kind, nachmittags Ultraschalluntersuchung beim kleinen Kind.

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Tag 6: Familie als repressiv neurotischer Zwangsverband

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Ich habe heute festgestellt, dass eine etwa einstündige Aktivität mir genug Gewissensruhe gibt, den Rest des Tages genussvoll zu faulenzen.
Letzten Donnerstag, als ich nix gemacht hab und den Tag mit Tom Cruise auf dem Sofa verbrachte, ereilte mich ein lethargisches Stimmungstief. Nix machen ist also keine Option. Bereits eine Stunde Aufräumen, Gartenarbeit oder wie heute ein Spaziergang in Schneckengeschwindigkeit reichen, um mich sehr zufrieden zu stimmen und die Protestantin in mir so zu ätherisieren, dass im Anschluss der sofortige Feierabend ausgerufen werden kann. Ich finde, das ist ein ganz erstaunliches Mischverhältnis.

Ich bin total Pleite, darum werde ich den Rest des Monats nur noch Kartoffeln mit Quark essen und meine Küchenambitionen auf Mai verschieben.

Processed with VSCOcam with f2 presetNach dem Spaziergang habe ich begonnen, die aktuelle Geo Epoche zu lesen. Im ersten Kapitel wird sehr schön die Genese der Roten Armee Fraktion beschrieben. Irgendwie war die Gewalt von Anfang an vorauszusehen und unvermeidlich. Nicht unbedingt die der RAF, aber eben doch das etwas militantere Interpretieren von Demonstrationsrecht in den Sechzigern. Wobei Leute wie Fritz Teufel das ja zunächst durchaus gelungen auf satirische und entlarvende Weise betrieben haben. Ach, das hätte noch so gute Wege nehmen können. Und dann ist die moderate Bewegung irgendwie versandet und ein kleiner Teil hat sich mit der RAF neu aufgestellt und Irrsinn verbreitet.
Jedenfalls freu ich mich über diese Geo-Ausgabe. Monsieur LeGimpsi ist mehr so Karl der Große-Leser, ich mag den jüngeren Kram.

Der Mann, das Kind und ich haben uns auf einen Namen für das neue Familienmitglied geeinigt, sollte zwischenzeitlich nicht noch eine goldfunkelnde Alternative vom Himmel fallen. Wir drei hatten jeweils unterschiedliche Präferenzen, gerechterweise kam niemand mit seiner durch. Haben wir also nach alter Kommune 1-Manier auf Autoritätsgebärden verzichtet und die Kompromisslösung gewählt, mit der wir nach langen Debatten nun sehr, sehr zufrieden sind.

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Tag 5: Huch, ein Kleinkind

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Heute also Besuch mit zehnmonatigem, sehr regem Nachwuchs. Unser Wohnzimmer ist gar nicht so kinderunsicher, wie befüchtet. Da müssen wir nicht mehr viel umstellen, ein paar Steckdosenschutzkappen drantackern, das wars. Die Bücherregale werden zwischenzeitlich ein Problem sein, so von der Krabbelphase bis die Dame zwei ist, vielleicht. Aber da hab ich mir schon überlegt, einfach Monsieur LeGimpsis Bücher in die kritischen, erreichbaren Fächer zu stellen.
Das war eine interessante Runde heute. Zwei Omas, zwei dreißigjährige Töchter und ihre beiden Kinder. Die Omas sind Freundinnen seit sie Kinder waren, die beiden Dreißigjährigen haben darum schon seit ihren ersten Tagen auf dieser Welt zusammen rumgehangen und ihre beiden Kinder lernen sich zumindest grad kennen.

PastaZu Mittag gabs für mich bewährtes, pragmatisches Lieblingsessen: Drei Sorten gefüllte frische Nudeln in Butter mit Tomaten, Avocado, Parmesan, Basilikum und Kräutersalz auf angedatschtem Teller. Schnelle Sache, entspannte Sache, beste Sache.
Morgen: Wochenende. Da bin ich dann also nicht allein, das ist schön. Baby-Flohmarkt besuchen, Gartenarbeitseinsatz absolvieren, Postbotenlieferung ausprobieren, Lokalhandballspiel schauen.

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Tag 4: Ein großes Gähnen

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Heute war nix. Ich stand mit größter Schlappheit in den Knochen auf und legte mich gleich nachdem Dr. Schmotzen im Kindergarten verstaut war wieder ins Bett. Und dort dann hab ich zwei Tom Cruise-Filme geschaut und mittags nichtmal was neues gekocht. Das hat mich alles ganz unzufrieden gemacht. Dit war kein so guter Tag. Der Mann sagt, sowas muss es auch mal geben, das ist schon ok.
Morgen kommt Besuch, da wird gebacken. Außerdem bringt der Postbote vermutlich meine erste Investition als westdeutsche Hausfrau der 80er Jahre. Darauf bin ich sehr gespannt.

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Tag 3: Aufm Acker

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Der Tischler stand um neun vor der Tür. Er reparierte in Lichtgeschwindigkeit zwei Rollläden und die Badezimmertür, die hängt in einer abenteuerlich eingebauten Zarge, hatte sich aus lauter Frust verzogen und ließ sich vor allem von innen nur noch schwer zuziehen. Eigentlich brach dabei jedes Mal die Klinke ab.
Wir wohnen in einem sehr schiefen Haus. Das fällt jedem Handwerker immer direkt auf und dann wundert er sich erst ein wenig und dann ärgert er sich sehr und fängt an, handwerklich zu improvisieren und hofft, dass das Baugewerbeaufsichtsamt nichts von der Bastelei erfährt. Oder halt irgendwelche anderen Sachverständigen. Die Handwerker tun mir immer sehr leid.
Dass hier alles so schief ist, liegt daran, dass mein Opa das Haus damals zusammen mit fünf betrunkenen Bauern selbst gebaut hat. Mein Opa war Friseur und zwar für Damen- und Heerenköpfe. Als Friseur war er bestimmt ganz okay, als Hausbauer eher nicht. Wie die meisten Nachkriegsprivatimmobilien hat unser Haus nicht eine gerade Wand und keinen symmetrischen Grundriss. Unsere Bücherregale schließen unten mit der Leiste ab, nach oben hin stehen sie in der Regel fünf Zentimeter weit weg von der Wand.

HausÜber die Jahre wurde das Haus andauernd grundlegend verändert. Vor allem stückweise vergrößert. Anscheinend waren auch damit keine Fachkräfte beauftragt. Mein Opa war inzwischen Industriemeister, er hatte sich also eher vom Handwerk wegbewegt, trotzdem baute er weiter. Warum, frag ich mich. Aus einem ursprünglich klein konzipiertem Haus ist im Laufe der Zeit ein Haus geworden, in dem zwei Familien Platz haben. Aus drei Zimmern sind fünfzehn geworden. Alle paar Jahre wurde Raum für einen weiteren Menschen geschaffen, so kann man das etwa sagen. Jede Zimmerwand war irgendwann also einmal eine Außenwand. Wir haben sehr dicke, massive Wände. Wenn du einen Nagel reinschlagen willst, verbiegt er sich. Wenn du ein Bild aufhängen willst, brauchst du eine Bohrmaschine. In den Siebzigern ist mein Opa aus dem Haus ausgezogen. Er lebte in der Stadt und war Tennislehrer.

Processed with VSCOcam with g3 presetIch habe dann nach kurzer Rücksprache mit mir den Plan geändert und den Kickoff zur Gartenarbeit auf heute vorverlegt. Schränke ausmisten geht auch bei schlechtem Wetter. Das halbe Beet wurde entmoost, einige Regenwürmer dabei verdoppelt. Sorry, guys. Der Schattenbereich ist nun bereit für die Bepflanzung. Ich streu da einfach ein paar Wildblumenwiesensamen aus, das reicht. Der sonnige Teil ist morgen dran, irgendwo unter dem Gestrüpp liegt ein kleines Kräuterbeet, ich muss mal schauen, ob das noch zu retten ist.

Zu essen gabs heute Ellas Kumpir. Meine Güte, das war wirklich sehr, sehr lecker.
Processed with VSCOcam with g3 presetOfenkartoffeln finde ich eh gut, die schmecken nochmal besser und kartoffeliger als Pellkartoffeln. Zusammen mit der Gemüse-Käsefüllung und der Joghurtsauce war das ein richtig glücklichmachendes Mittagessen. Meine Version des Kumpirs bestand aus gegrilltem Gemüse (Zucchini, Champignons und Paprika), Frühlingszwiebeln, Tomaten, Gurken, Mais und Feta. Bei der zweiten Kartoffel hab ich drauf verzichtet, ihren Bauch mit Butter und geriebenem Käse zu vermischen. Hab sie einfach nur mit dem Gemüse und der Sauce gefüllt. Geht gut.
Jetzt Feierabend: lesen und dösen.