Alle Artikel des Monats: November 2011

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Über das Bett

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Ist es gesellschaftlich akzeptiert, um achtzehn Uhr zweiundfünfzig ins Bett zu gehen? Findest Du das lebensverachtend, oder so? Qualitätszeitverschwenderisch?
Ach, das Bett. Mein Freund, das Bett. Seit Generationen ist das Bett ein Freund.
Vielleicht halte ich es heute also wie mein Vater. Freundlich informierte er am Abend: »So, ich werde nun meine Bettstatt aufsuchen.« Und das tat er dann auch mit großer Präferenz zeitnah nach der Tagesschau. Und eine Tafel Schokolade nahm er mit. Seine Kleidung legte er über einen Stuhl, manchmal die frische daneben. Nach einer Weile hörte ich leises Schnarchen. Es gab einen beeindruckenden Vorrat an Vollmilchschokolade mit ganzen Haselnüssen in seinem Leben, mit periodisch wechselndem Depot. Ich ziehe seinen Schlafanzug an und suche meine Bettstatt auf.   

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Der illustrierte Tag XIV (feat. Gemütlichkeit)

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Das Klavier bereitet sich auf Weihnachten vor. Es hat eine gehörige Herbstdepression und spielt ausschließlich in Moll.

Die Füße wollen Wärme. Die entsteht durch Kleidungsstücke mit hohem Baumwollgehalt kombiniert mit Keilerei gegen Artgenossen.

Riesenpellkartoffeln mit Quark und Tomatensalat.
Feines, das ich ganz für mich allein habe. Unverständlich.

Eine heiße Schokolade in mütterlicher und schwesterlicher Gesellschaft. Begleitend eine ergebnisoffene Ideensammlung zum vegetarischen Menü am Heiligen Abend. Kommentarförmige Beiträge dazu sind erwünscht.

Die erste Kerze fristet eine wackelige Existenz. Dr. Schmotzen beobachtet sie mit tödlichem Blick und wird sie niederpusten. Sobald.

Peter Härtling hat Weihnachtstexte gesammelt und was dabei herausgekommen ist, steht seit drei Jahren im Bücherregal. Seither hoffe ich stets zur Jahresendzeit, dass des Kindes Hirnzellen sich in jener Hinsicht vermehrt haben, die eine intelligente Rezeption ermöglicht.
Eine Leseprobe zeigte heute, dass illustrationsarme Langformen noch nicht erfasst werden. Gedichte allerdings funktionieren.

Pizza im Bett. Das wünsch ich Dir.

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Bananen.

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Dass Dr. Schmotzen blühendes improvisationstheatralisches Genmaterial besitzt, zeigt sie in ihrer Lieblingsdisziplin, dem virtuosen, hirnfrischen Gesang mit harmonischen Kaskaden und machtvoller Sprachdiversibilität.

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Landleben vs. Stadtleben 3:4

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Der Weg zu Arbeit und Kindergarten staut sich. Es gibt einfach zu viele Autos. Zu wenig Arbeitslose. Zu spärlichen ÖPNV.
Mittlerweile singt Dr. Schmotzen an drei Abschnitten der Strecke »eine lande riesenschlande wer tommt mit // wer teine fünfsich pfenni hat der bleibt zurüt«. Manchmal stehen wir neben Krankenwagen. Dr. Schmotzen kennt die Fahrer gut, sie begrüßen sich per distanziertem Handschlag. Wir sehen zu, wie die Menschen in ihren Autos frühstücken. Und alle zweiundvierzig Minuten denke ich: Warum stehst Du hier? Du könntest noch schlafen. 
Heute hat es mir gereicht. Da bin ich einfach mal links abgebogen. Ich hatte nur noch fünfzehn Minuten für zwölf Kilometer stagnierenden Verkehr. So in der Gegend rumzustehen, halte ich in Herrgottsfrühe nicht aus. Also seitlich abgefallen. Das ging dann eine Weile beschwingt durch die Felder, wie lichtgeschwind sich siebzig Stundenkilometer anfühlen können. Dann sah ich das kyrillische Ortsschild. Da standen Bäuerinnen am Wegesrand und verkauften selbstgeschleuderten Honig. Ochsen zogen schweres Gerät über den Plural von Acker. Und nur noch hundertzwanzig Sekunden bis meine innere Zeitstechuhr den Arbeitstag anstempelte.
»Wo bin ich hier? Wo bin ich? Wo bin ich? Wo bin ich? Wo? Wo? Wo?«
Gut, dass ich Dr. Schmotzen dabei hatte, die hat sofort gemerkt, wo ich stecke: »na da biste doch« 
Morgens ist schlimm.