Alle Artikel des Monats: April 2011

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Landleben vs. Stadtleben 2:1

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Die Polleninvasion ist vorbei, die Sonne scheint, der Wind weht: Endlich wieder nasse Wäsche auf die Weise trocknen lassen, wie das Großmütterchen sich freut.
Der Einstieg ist sanftmütig; Handtücher.
Ach, ich freue mich schon auf die brettharten Dinger an meinem abrubbelungsbdürftigen Hintern.

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Wie man sich auch als Einzelkind gut mit seinen Geschwistern unterhalten kann. Ein Selbstgespräch:

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„liederbuch holen?“
„na los!“
„hänse tlein: nehmen wir nich. januar febuar märs apil: nehmen wir nich. audustin: nehmen wir nich. futz du has die dans deholen: nehmen wir nich. alle meine enchen: das nehmen wa.“
„na los!“
„alle meine enchen schwimmen auf de see schwimmen auf de see töpfchen in die wase wänzche in die höhle.“
„bavoooo!“
„nochmal?“
„nee, andes lied.“

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Was wäre denn

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richtiger gewesen?
Wenn doch sein Feierabend schon längst um uns herumtrippelte und ich jeder Frage eine vage Gegenfrage entgegensetzte und Dr. Schmotzen ihn alte oma genannt hatte, als wir uns alle über die geöffnete Motorhaube beugend nach der Abblendlichtfassung schauten?
Das schlechte Gewissen wollte sich freikaufen mit einem Trinkgeld und das schien in der Planungsphase leicht und stimmig. Und dann im Überreichen, in dieser ausladenden, schiefen Geste kippte etwas und aus dem Dank für das Auswechseln von Brems- und Abblendlampe wurde eine unverhältnismäßige und schale Überheblichkeit.
Die Stunde danach war ich das Kind, das sich schämt und merkt, es steht ja noch am Rand und schaut noch eine ganze Weile zu.

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Was der Osterhase schleppte

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In Ermangelung einer Einfuhrerlaubnis zuckerhaltiger Ernährungsbausteine lieferte der Osterhase zu Händen Dr. Schmotzen dieses Jahr ausschließlich Spielwaren:

Und zwar: rote Murmeln, Geschichten von Willi Wiberg, Obst und Gemüse und eine Kette mit Geheimfach.
Dazu noch unzählige andere Dinge, denn wenn man gleich drei Großelternpaare zur Verfügung hat und für alle das einzige Enkelkind ist, dann kann das ursprüngliche Schokoladenfest Ostern gern mal zu einem Geschenkegelage werden.

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Gestern Mittag

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gegen 12 Uhr ist eine batterienfreie Kindheit zu Ende gegangen.
Dr. Schmotzen hat ihr erstes Blinke-Dudel-Tasten-Spielzeug geschenkt bekommen und hängt seither mit großer Faszination vor dieser Höllenmaschine, die mehr Funktionen hat als jedes Smartphone und mit der nervigsten Synchronstimme bedacht wurde, die in der Autoscooterindustrie des gesamten Abendlands zu haben war.
Sie isst nicht mehr, sie schläft nicht mehr, sie redet nicht mehr, sie liest nicht mehr, sie macht diese ganzen bröseligen Dr. Schmotzen-Dinge nicht mehr. Sie sitzt angewachsen vor dem High-End Gerät und drückt die Tasten, auf dass Gaga erscheine.
Ich weiß nicht, wie lange Batterien leben, aber, wenn ihre Zeit gekommen ist, werden Dr. Schmotzen und ich unser erstes Vanitas-Gespräch führen.

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Mach Dir ein Eis davon

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Ostern naht und ich brauche ein Geschenk für jemanden, der alles hat und was er nicht hat, kaufen kann. Als Schenker steht man da satisfaktionsmäßig nicht in der Poleposition. Außer man präsentiert ein eins a mach-Dir-doch-mal-ein-Eis-Kit. Und so zog ich los, schmiss alle Zutaten für die weltbeste Gefrierspeise in den Einkaufswagen und stopfte sie zu Hause in ein österlich bebasteltes Einmachglas. Dort harren sie der Dinge, die sie leckerschmeckerlich machen.

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Genug gewartet

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Geflennt habe ich natürlich nicht, bei diesem Gespräch eben gerade. Und der bessere Soundtrack lief bei uns auch. Geld hatte ich da niemandem geliehen. Bin ja nicht verrückt. Ich habe jetzt auch keinen Job als Brokerin bekommen und erziehe nicht allein. Mein Kind heißt anders als Christopher und musste noch nie in einer öffentlichen Toilette übernachten. Ich bügle noch nicht mal.
Aber sonst: zum Verwechseln ähnlich. Und das ist immer noch ganz schön viel Happiness für so schmale Schultern.

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Weil jetzt Sommer ist

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Dr. Schmotzen hat das Wetter entdeckt. Es ist Sommer und Sommer bedeutet, alle Versprechungen des Winters werden nun fällig.
Wenn Dr. Schmotzen im November ein Eis wollte, sagten wir: Dr. Schmotzen, im Sommer. Im Sommer setzen wir uns aufs Fahrrad und fahren zur Eisdiele.
Wenn Dr. Schmotzen ihre zugeschneite Schaukel betrachtete, sagten wir: Dr. Schmotzen, im Sommer. Im Sommer setzen wir Dich in die Schaukel und ab geht die Post.
Wenn Dr. Schmotzen sich nicht anziehen lassen wollte, noch nicht mal eine Socke, sagten wir: Dr. Schmotzen, im Sommer. Im Sommer bist Du ein Nackedei, da brauchst Du keine Kleider.
Für meine Tochter ist jetzt Sommer. Aus jedem Blick schießt eine alphabetisch geordnete Liste dieser Vertröstungen.
Wir werden in nächster Zeit sehr viel nackt Schaukeln müssen, ein Eis in jeder Hand.