Alle Artikel des Monats: Januar 2011

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39,7°

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Dr. Schmotzen ist nun genau 27 Monate alt. In dieser ganzen Zeit war sie nie krank. Einmal hatte sie einen halben Tag lang 7-Tage-Fieber. Dreimal Schnupfen. Das hielt sie aber nicht davon ab, rumzulaufen, zu essen und zu spielen.
Er liegt im Bett, dieser wimmernde, quäkelige Haufen. Und riecht krank. Und hat Bauchschmerzen und Husten und Fieber und der Magen befördert Dinge nach oben und der Appetit ist dahin und das Trinken schmerzt. Und eine Folge Urmel strengt so an, dass danach zwei Stunden Schlaf gebraucht wird. Und das Unverständnis und die Ungläubigkeit über diesen eigenen Zustand ist groß.
Und morgen ist mein erster Arbeitstag.

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Käsekuchen

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Wenn Du so gern Käsekuchen isst wie Monsieur LeGimpsi. Wenn Dein Kühlschrank eine gehörige Menge Quark bereithält. Wenn der laktoseintolerante Todfeind zum Kaffee kommt.
Dann solltest Du folgende Rezeptur kredenzen:

Du brauchst
250 g Mehl
1 Päckchen Backpulver
100 g Zucker
2 Päckchen Vanillezucker
125 g Butter
1 Ei
Daraus knetest Du einen Teig und kleidest mit ihm eine Springform aus.

Du vermischst
750 g Quark
150 g Zucker
3 EL Zitronensaft
50 g Speisestärke
3 Eigelb

Du schlägst jeweils
3 Eiweiß
250 ml Sahne
steif und hebst sie unter die Quarkmasse, die Du danach auf den Kuchenboden verteilst.

Ohne Streusel machts keinen Spaß, darum brauchst Du
100 g Mehl
75 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
75 g Butter
Du oder zweijährige Hände verteilst oder verteilen die kleinen Dinger flockig über die Füllung und ab gehts für 60 Minuten bei 175 ° in den Ofen.
Freu Dich, wenn Dein Gerät über eine intakte Vorderklappe verfügt, das erspart eine zusätzliche Stunde Backzeit, sorgt aber auch nicht für phänomenalen Kuchenduft im ganzen Haus.

Masel tov!

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Fernseher raus, Klavier rein

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Wenn Du etwas aus der Ferne kaufst und es ist teurer als Butter oder ein Staubsauger und so groß, dass es den Raum einrichtet und Deine Entscheidung sich bloß auf ein verwackeltes Bild und eine spärliche Information stützt, Du also die Ästhetik und Funktionalität dieses vagen Versprechens erst im Augenblick der Anlieferung beurteilen kannst, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass Du enttäuscht wirst, sehr hoch. Dann ist es sehr wahrscheinlich, dass dieses eine Klavier Deinen Vorstellungen nicht entspricht.
Und was für ein Glück hast Du dann, wenn Du bei der Anlieferung siehst, dieses Ding, das meinen Raum einrichtet, das ist so unglaublich schön und du hörst, es ist als Instrument bespielbar, es funktioniert, dann hast Du eine wirklich überschwängliche Zeit der Freude.
Nach diesen vielen Jahren ohne Klavierunterricht setze ich sehr fragmentarisch das erste Stück zusammen und möchte in meinem Leben nichts anderes machen.

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Draußen sitzen

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Wenn Januar ist und die Sonne scheint, musst Du Dich nach draußen setzen.
Da kannst Du noch so viele frisch gepresste Orangensäfte in Dich hineinschütten, die Sonne füllt in Lichtgeschwindigkeit Deine Depots mit Vitaminen. Farben, richtige, nicht so ein Pastellmist, und innere Wärme werden auch mitgeliefert. Und ein Klavier, aber das nur in meinem speziellen Fall.
In meinem speziellen Fall kann ich die Sonne heute sehr gut gebrauchen. Ab nächster Woche werde ich die erste Hälfte der Tage an einem fremden Schreibtisch sitzen. Darauf freue ich mich über die Maßen. Als ich schwanger war, habe ich viel Saures gegessen. Wegen der Erfrischung. So fühle ich mich, wenn ich an die kommende Zeit denke. Bis es soweit ist, werden Dinge erledigt.

Bildschirmfoto 2012-01-01 um 22.37.12
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Urmeli

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Seit ein paar Wochen darf Dr. Schmotzen jeden Sonntag eine Folge Urmel schauen.
Dabei ist der Säugersaurier gar nicht ihre Lieblingsfigur sondern Ping, der pi_ui_u, wie Dr. Schmotzens wissenschaftlicher Begriff für Pinguin nun mal ist.
Sobald ihre halbe Stunde mit pi_ui_u also beginnt, trifft sie eilig ein paar präzise Vorbereitungen.
Sie zieht umgehend ihre Hose aus.
Sie stellt sich eine kleine Flasche Wasser parat, deren Deckel ein wenig gelockert sein muss.
Sie fragt, ob sie Kekse haben darf und bekommt eine Mandarine.
Sie schiebt ihren Sessel in eine ideale Position vor den Fernseher.
Sie holt sich eine Decke.
Sie drapiert alle Gegenstände und optimiert den Schnittpunkt der Funktionalitäts- und Gemütlichkeitsachsen.
Sie legt sich auf den Boden und vergisst.

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Was lange währt

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Das Klavier, es kommt.
Nach hickhackigen Logistikmanövern, nach konfliktreichem Wechsel des Transportunternehmens, nach Korrektur der Abholadresse in letzter Minute hat das Instrument soeben seine Expedition in den Norden begonnen und wird sie in 48 Stunden in unserem Wohnzimmer beenden.

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Gefressen

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Ein kleiner Vogel, meine ornithologischen Kenntnisse schließen alle Arten von Meisen aus, flog gegen das Fenster, taumelte am Boden und drehte sich fortan wie ein Kreisel um seine Längsachse. Da kam ein großer Vogel, meine ornithologischen Kenntnisse schließen Adler und Bussarde aus, hob den Kleinen hoch und nahm ihn in sich auf.
Mir ist so Circle of Life.

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Auferstanden

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Gestern waren Monsieur LeGimpsi und ich im Konzert, in Gustav Mahlers zweiter Sinfonie. Weil dabei Sopran- und Alt-Solistinnen sowie ein Chor mitmischen, spreche ich lieber von einer Sinfoniekantate, bevor die grauen Herren aus ihren Klassikforen herauskriechen und meinen Server hacken.
Gegen Monsieur LeGimpsis Rat, das Stück vorher mindestens zwei Mal in abgedunkeltem Raum, mit geschlossenen Augen und der inkorporierten Partitur andächtig zu hören, habe ich lieber Martini getrunken und Kuchen gebacken. Ich kam also ohne Hausaufgaben dafür alkoholisiert und überzuckert im Konzertsaal an. Ich sage Dir, das sind genau die allerbesten Voraussetzungen, die Auferstehungssinfonie zu rezipieren. Das geht rein, da willst Du weinen und tanzen und sprengen und sterben und auferstehen.
Mahler gilt als Wegbereiter der Moderne und so war er um Special Effects nicht verlegen: Im vierten Satz verließen einige Bläser und Perkussionisten den Konzertraum, um Backstage durch Lüftungsschlitze eine verfremdete Tonqualität zu erzeugen. Die Streicher indes haben auffällig häufig gezupft oder ihre Bögen als Drumsticks verwendet.
Monsieur LeGimpsi merkte natürlich sofort, an welchen Stellen gepatzt wurde und davon hat dann er eine Liste angefertigt und anschließend im Auto Belehrungen gehalten. Doch da standen wir schon auf einem Parkplatz und aßen Cheeseburger. So will es die Balance, erst Hochkultur, dann Fastfood.

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die kostbaren Überreste ihres Möhrenkuchens.
Seit ich bei jemandem den allerleckersten Möhrenkuchen der Welt gegessen habe, bin ich auf der ständigen Suche nach seinem Rezept. Eine Irrfahrt der Annäherung und Loslösung, erinnert an blinde Kuh und geht an die Substanz. Immerhin haben wir ständig Kuchen parat.
Dieses Exemplar jedenfalls ist sehr heiß. Vielleicht bleibe ich bei ihm und setze mich zur Ruhe.

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Celebrating Don Draper-Style

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Seit Dr. Schmotzen ihren Weg zu uns antrat, habe ich keinen Alkohol getrunken.
Seit Dr. Schmotzen ihren Weg zu uns antrat, war auch eine Tür in einem anderen Bereich meines Lebens geschlossen.
Gerade eben haben sich beide geöffnet. Nacheinander.
Lassen wir es fließen, mittags um halb zwei.