Alle Artikel des Monats: Dezember 2010

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Wenn es abhanden kommt

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Um kurz vor Null zieht es sich zusammen.
Wenn die Einheit Jahr der künstlichen Zeitrechnung zu Ende geht, beginnt eine neue und das finde ich in dem Moment der Staffelübergabe nur bedingt gut. Denn vielleicht ändern sich die Regeln. Vielleicht wird das Glück neu verteilt. Wenn das Glück neu verteilt wird, dann stehen die Chancen schlecht für mich. Da arbeiten dann die Zeit und die Wahrscheinlichkeit zusammen gegen mich. Kein Mensch, merk Dir das, hat sechsundzwanzig so glückliche Jahre, ohne, dass das Glück nicht mindestens einmal restlos abhanden kommt. Vielleicht also, das wäre möglich, darauf muss ich vorbereitet sein, wird die nächste Einheit wirklich eine neue.

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Silvester- und Neujahrskonzerte

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Monsieur LeGimpsi war ein Fuchs und hat eine Liste aller im Öffentlich-Rechtlichen übertragenen Silvester- und Neujahrskonzerte inklusive Kampfansage des ZDF an den Traditionsausrichter ARD zusammengetragen. Wenn Du also die passende Akustik zum Nägellackieren vor der Party suchst oder das welke Abblättern danach stilvoll beschallen möchtest, dann wähle frei.
Ich persönlich freue mich auf das Dirigat von Gustavo Dudamel heute Nachmittag.

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Und das Weihnachtsprotokoll?

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Stimmt ja, das Weihnachtsprotokoll! Nun ja, der Baum wurde arbeitsteilig beschafft, auf ungleich Aufgabenverteilung am Heiligen Abend konnte ich mich also nicht länger berufen.
Monsieur LeGimpsi beschallte demnach zur Bescherung. Auf dem Xylophon, in spontaner Ermangelung eines Glöckchens. Was bei mir für Verwirrung sorgte, weshalb ich vorschnell die Tür öffnete und den kindlichen Blick auf den musizierenden Vater freigab, was indes die mystische Weihnachtsstimmung zeitweise gefährdete und zu einem kurzen und zugleich intensiven Trainingslager zeremonieller Abläufe führte.
Väterlicherseits wurde im Übrigen beharrlich vom Weihnachtsmann berichtet, mütterlicherseits die Vorfreude auf das Christkind geschürt.
So wurde Dr. Schmotzen eben in Personalunion beschert.

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Och, Silvester

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Silvester. Nicht mein Freund. Ich kann mich nicht erinnern, jemals ein silvestermäßiges Silvester erlebt zu haben. Gearbeitet habe ich manchmal, denn Silvester hinter der Theke, da kannst Du Löhne verlangen. Da kannst Du, das restliche Jahre über ausgebeutete Element, ausbeuten.
Amüsements?
Einmal war ein Hick-Hack mit jemandem, anstrengend, und so tauchte ich kurz vor Mitternacht auf seiner Feier auf und verschwand zwei Minuten nach Null wieder in der Dunkelheit. Aus mysteriös strategischen Gründen, die man mit 17 so hat. Wenig effektiv in der Retrospektive.
Ein anderes Mal habe ich Silvester auf einem Schrottplatz gefeiert. Alles war so schrott, dass die fehlenden Toiletten sich angenehm absetzten. Ich habe nicht getrunken, Salzstangen halfen mir, jegliche Flüssigkeit in meinem Körper in einen anderen Aggregatzustand zu überführen.
Das erste Silvester mit Monsieur LeGimpsi begann mit einer verschleppten Grippe und endete mit einem in Müllcontainern aufschlagenden Kopf. Zwei Monate später gesellte sich glücklicherweise Dr. Schmotzen einzellig dazu und beendete das Kapitel Rock’n Roll.
Dieses Silvester wird so Positiv, wie es nur sein kann, wenn Du da draußen den Superlativ jagst. Ich, umgeben von Daunenfedern, Erdnüssen, Dr. Schmotzen, Monsieur LeGimpsi, Mad Men und großem Frieden, wünsche Dir, Du findest ihn.

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Wo ist Opa?

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Das kreativste und persönlichste Geschenk bekam Dr. Schmotzen diese Weihnacht von ihrer Patentante, die sie liebevoll und in Ermangelung diverser Konsonanten didi nennt. Palim, Palim.
In einem 1a Silberkästchen befand sich ein auf dicke Pappe geklebtes Verwandten-Memory. Jetzt schleppt sie die kleinen Kärtchen mit sich herum und freut sich, dass he_in, nani, opa, oma und Co. in die Hosentasche passen. Und dann auch noch in doppelter Ausführung.

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Der Freak der Weihnachtsbäume

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Jetzt bin ich hier angekommen. Im Wohnzimmer und betrachte den Baum.
Das ist eine alte Familientradition. Wenn damals die Legosteinberge abgetragen waren und das Piratenschiff im Hafen lag, wenn die Geschenkverpackung sorgsam nach verirrten Geldscheinen abgesucht war und im Altpapier ihre letzte Ruhe fand, wenn die Pute ihre kümmerlichen Reste zum Frikassee freigegeben hatte, wenn der Kampf um die Verteidigung und feindliche Übernahme der Weihnachtsteller einen Waffenstillstand gefunden hatte, dann war Mamas Zeit gekommen. Dann saß sie in der frühen Nacht allein im Wohnzimmer und betrachtete den Baum. Und manchmal kam es vor, da stand sie auf und hängte eine Kugel einen Zweig weiter nach links. Meistens allerdings betrachtete sie einfach den Baum.
Ihre Liebe gilt ihm, dem Kahlen, Schiefgewachsenen, lächerlich Kleinen oder absurd Großen. Sie hat eine Schwäche für die Freaks unter den Weihnachtsbäumen, für die Verstoßenen, die niemals Gewählten. Sie gewährt ihnen innig Obdach und rückt sie in den Mittelpunkt. Sie schmückt sie und sieht sie bis ihre Zeit gekommen ist. Spät kommt sie, die Zeit.
Und diese Bäume, an ihnen kann sich keiner messen.